Wiesel
Mein Name ist Weisel. Der Wiesel. Ich bin Anwalt. Ein Anwalt. Ein bedeutungsloser
Anwalt. Ein irrelevanter Anwalt.
Ich stehe vor dem Spiegel und bewundere mein hervorragendes Physis. Gepflegtes
Haar aus grossem Friseursaloon 150 pro Besuch, zwei Mals pro Woche Gesichtshautmassage
80 pro Besuch, Anzug 800, Hemd 90, Krawatte 60, Hose 300, Schuhwerk 300,
Uhr 500, Fingernägel 50 pro Besuch ein Mal pro Woche…
Kurz gesagt: 2200. Ich bin 2200 Euro wert. Das ist das, was andere sehen.
Natürlich nicht alle können so was so präzise abschätzen,
aber ich kann. Und andere bekommen den groben Eindruck.
Das gehört zum Berufsbild. Ich muss das nicht lieben. Ich muss das
einfach machen.
Was denke ich daran? Billige Show für Armselige. Kunden kommen, sehen
meine 2,2 Tausend auf mich draufgepackt, sehen mein Pflichtlächeln,
monatelang vor dem verdammten Spiegel geübt, sehen den ausgewogenen
Gang und ausgeglichene Sprachintonation, alles genau durchgespielt und
perfektioniert.
Wortauswahl genau ausgeglichen, keine Manierismen, kein Stottern, alles
lief glatt.
Sogar aalglatt.
Büro: 60 Quadratmeter, 30 Tausend Euro, schwere Bücher, schwere
Tische und Stuhle, tiefe Teppiche und makelloser Laptop.
Das alles, das ist das Spiel meines Lebens. Ich habe das entwickelt, und
gemeistert. Kunden kommen, und unterschreiben das, was ich von ihnen verlange.
Das war´s, im Grossen und Ganzen.
Ich hasse den Spiegel. Das ist der einzige Spiegel in meinem Büro.
Dort binde ich meine Krawatte immer. Und immer wieder habe ich damit Probleme.
Irgendwo gibt es Männer, die Ehefrauen oder Sekretärinnen oder
Liebhaberinnen zur Verfügung haben, die ihnen das anbieten, aber
ich habe keine solche auf dem Etat. Ich tue das selbst.
Und immer wieder mache ich gleiche Fehler. Hier schlecht, hier bisschen
zu hoch, hier zu eng, hier idiotisch, und hier überhaupt passt nicht
zusammen.
Warum ich mit meinem Spiegel rede? Mit wem sollte ich verdammter Scheisse
sonst reden? Mit Kunden? Die sehen nur ihre kleinen finanziellen Problemchen.
Mit andern Worten, sie wollen einfach nicht bezahlen, sie haben irgendwelche
Verpflichtungen, und drücken sich davon.
Ein Durchschnittkunde schätzt das Ausmass seiner Verpflichtungen,
kommt zu mir, schätzt meine Provision, und subtrahiert eine von den
Anderen. Wenn das Ergebnis stimmt, sie stellen mich an, schätzen
das Risikospanne, dass ich verliere, anhand meines Aussehens, und treffen
die Entscheidung.
So einfach ist das. Meine Provision ist klein, aber mein. Grosse Anbieter
tauchen bei mir nicht auf. Billige Drücker schon.
Mein Platz in der Weltordnung wurde mir viele Male gezeigt. Ich kann gar
nichts. Ich werde keine grössere Anbieter bekommen, keine lukrative
Aufträge, keine Spitzenkunden. Ich werde lebenslang das machen, was
ich jetzt mache: Ein kleiner, aalglatter Anwalt.
Woher weiss ich das? Vielleicht wird sich das Schicksal dramatisch ändern,
und ich bekomme meine Chance?
In dieser Weise denken diejenige, die ihre Chancen nicht bekommen haben.
Die hoffen. Und hoffen diejenige, die das nicht bekommen haben, worauf
die hoffen.
Ich muss nicht hoffen. Ich habe meine Chance bekommen.
Oh ja. Ich habe sie bekommen. Und jetzt weiss ich ganz genau, wo mein
Platz in der Weltordnung liegt.
Die meine Chance war dunkelhaarig, ein fünfundsiebzig gross und makellos.
Leider kenne ich mich mit Männeroutfits aus, nicht mit Frauenoutfits,
aber das konnte ich abschätzen. Das war deutlich mehr als zwei Tausend
schwer. Deutlich mehr. Vor allem Körperpflege.
Die Chance, ich nenne sie einfach die Fortune, weil ich ihren Name nicht
kennen gelernt habe, hat mich angerufen, um ein Termin gebeten, zu mir
gekommen und hat gesagt, dass sie mich anstellen wird.
Sie hat um die Provision nicht gefragt. Um die Bedingungen, meine Erfolge
und Erfahrungen. Meine juristische Tabus und Stärke.
Ich arbeite für sie. Punkt. Da gibt es eine keine Sache mit ihrer
Schwester. Das muss man regeln. Sie werden das tun, das hat sie gesagt.
Ich habe mich nicht gewagt über irgendeinem Vertrag zu sprechen,
oder Details abzufragen. Ich habe die Visitenkarte bekommen, und das war´s.
Bezaubert, habe ich die Schwester angerufen. Die Schwester war klein,
vulgär, aggressiv und hypohondrisch. Sie wollte eine Ärztin
verklagen, weil sie bei ihr keine Krankheit gefunden hat. Die Schwester
war kerngesund. Meine Erklärungsversuchte, dass so was nicht geht,
wurde durch einen Wutanfall zunichte gemacht.
Irgendwann war die Sache zum Ende, und ich war froh drüber. Und dann
habe ich meine Chance bekommen.
Die Fortune ist nochmals gekommen. Oder besser gesagt, ihr Wagen wurde
zu mir geschickt, und ein schweigender Schwarzhäutiger mit überraschender
Präsenz zeigte mir einfach den Platz im Wagen.
Keine ungewöhnliche Sache, aber es war elf Uhr in der Nacht, und
ich habe gerade die Sache mit der Schwester abgeschlossen.
Ich bin mit dem Schwarzhäutiger gefahren und bin mich in einer Luxuswohnung
um zwölf Uhr in der Nacht gefunden. Der Fahrer hat kein Wort ausgesprochen.
Um ein Uhr in der Nacht hat die Fortune aufgetaucht, hat sich zu mir gesetzt,
wir haben einen Glaswein getrunken, und ich wurde nach Hause geschickt.
Um zwei Uhr etwas in der Nacht war ich zu Hause. Das war alles.
Im Grossen und Ganzen.
Tagen sind gekommen und gegangen, Kunden sind gekommen und gegangen, und
die Fortune…
Irgendwann habe ich ein Termin gehabt, das war ein Stammkunde, ich bin
herausgegangen, und fand ich den Wagen wartend. Mit demselben, schweigenden
Schwarzhäutigen mit der Präsenz. Das war eindeutig kein berüflicher
Fahrer.
Tja. Die Qual der Wahl. Ich habe keine Abwehrchance gehabt. Ich bin eingestiegen,
bin zur Luxusapartment in einem Hotel gefürt, habe dort eine Stunde
gewartet, und sie, weiter war das nur sie, ich habe nicht mal ihren Namen
gekannt und ich habe mich nicht zu fragen gewagt, ist hineingegangen.
Wir haben einen Glaswein getrunken, haben uns gemütlich unterhalten,
und das war´s. Ich wurde nach Hause abgeführt.
Der Kunde war weg, Reputation war weg, und ich war reicher um einen Glaswein,
und neue Erfahrung.
Leider wusste ganz genau, was weiter geschehen wird. Das war meine Chance,
das war meine Fortune, das war das, worauf ich mich nicht zu träumen
gewagt habe.
Sie. Die Schicksal. Die Fortune.
Der Rest war selbstverständlich. Es ist ein von vielen Terminen gekommen,
und der Wagen hat auf mich beim Eingang gewartet. Ich bin dort gefahren,
das war immer ein Luxushotel, immer ein anderer, dort habe ich genau eine
Stunde gewartet, sie ist gekommen und wir haben einen Glaswein getrunken.
Und das war alles.
Ich habe sie nie angefasst. Das war irgendwie nicht am Platz. Nicht geeignet.
Der Kunde vel Kundin war weg. Und meine berufliche Reputation mit ihm
oder ihr zusammen.
Seit dem ein Mal pro Woche wartet der Wagen und der schweigende Fahrer,
ich habe nie mit ihm ein Wort gewechselt, vor meiner Wohnung – Büro.
Das war immer ein Termin, immer eine Verhandlung. Ich verlor immer einen
Klienten, jedes Mal. Aber die Fortune ist präzise. Sie beraubt mich
aus Kunden und beruflicher Reputation, aber verlangte von mir kein Suizid
– Die verlorenen Termine betreffen nur die Kunden, und nicht gerichtliche
Verhandlungen.
Kunden verschwinden wie Wasser, Geld mit ihnen, Reputation ebenfalls,
aber ich musste kein beruflicher Suizid begehen, Richtern und Richterinnen
bekommen nichts davon zur Kenntnis, weil die beraubten Termine nur Kundenverhandlungen
betreffen. Woher weisst sie darüber, wann ich ein Termin habe? Keine
Ahnung. Ich habe jedenfalls keine Sekretärin, oder keine Hilfskraft.
Und putze ich auch alles selbst.
Ich treffe mich mit ihr, der besser mit IHR, seit mittlerweile drei Jahren.
Die Anzahl von verlorenen Kunden konnte ich nicht auszählen. Ich
kenne alle Luxushotels in der Stadt, die Bedingung und sogar die Manager
kennen mir gut und unterhalten immer wie mit einem Stammgast, immer mit
Ehre.
Immer wieder treffen wir uns, immer trinken wir einen Glaswein, immer
plaudern wir über die Welt, ich kenne mich mit Weinsorten sehr gut
aus, und gehen nach Hause.
Irgendetwas anders ist nicht … vorstellbar.
Ich habe meine Chance bekommen.
Ich kenne meinen Platz in der Weltordnung.
Vergesse nicht, ich bin der Weisel. Nur im Fall, dass ich einen Termin
versäumen werde.
Geheimnis des Zimmers 13
Ich stelle den Motor ab und lehne mich zurück.
Eine neue Zigarette zu verschaffen, anzünden, einen Zug nehmen, das
ist alles nur eine gut studierte und perfekt geübte Bewegung, die
Unterbewusstsein allein erledigt.
Ich muss mich nicht bemühen.
Der Hotelparkplatz ist nicht besonders gross, besser zu sagen, es gibt
keinen Parkplatz da. Ich lege meinen Parkschein dort, wo er liegen sollte.
Neuer Zug schmeckt wundervoll
Der Parkplatz ist eigentlich voll, das bedeutet, dass hier alle vielleicht
sieben zur Verfügung stehender Plätze besetzt sind.
Ich habe gerade letzten freien Platz erwischt. Glückspilz, sagte
immer meine Mutter zu mir.
Wie auch immer.
Eigentlich habe ich Zweifeln. Es gibt zumindest zehn diverse Gründen,
um Nutten zu vermeiden. Entgegen den allgemein herrschenden Meinungen
Krankheiten sind nicht das Problem. Nutten, die mehr als 100 pro Stunde
verdienen, schützen sich selbst vor Krankheiten, weil das für
sie mehr oder weniger Verlust von Geld bedeutet. Vielleicht wichtigste
Ursache, oder Motivator, um Nutten zu vermeiden, dass sie nix besonders
anbieten können. Bezahlung, ausziehen, ein Nummerchen, spritzen,
anziehen, Tschüss, Finito.
Geld ist hier nicht ein Problem. Geld ist immer relativ, kann man das
verdienen, wenn man intelligent genug ist.
Ich bin intelligent genug.
Die Nutte heisst … Sonja. Oder so. Irgendwie barbarisch. Das sollte
wahrscheinlich barbarisch klingen. Das sollte bedeuten, dass sie wild
ist, und wirklich viele interessante Dinge tut.
Das ist nur eine Nutte. Ausländerin, wie fast alle Nutten.
Ich habe keine Zeit und keine Lust für mich eine ordentliche Liebhaberin
zu verschaffen. Sie stellen zu viele Fragen, und die wertvoller Zeit zwischen
Treffer und Sex ist vergeudet. Man sollte alles mögliche optimieren,
und die Zeit zwischen Begrüssung mit Liebhaberin und Sex, das ist
verlorene Zeit.
Bei Nutten gibt es so was nicht. Du gehst herein, legst Geld auf einem
Tisch, fickst gut, gehst heraus.
Man! Ich bin von den Scheiss rauchen abhängig. Aber das tut gut.
Oh ja.
Ok. Es gibt 15.22. Das treffen sollte sich um 15.30 stattfinden, genau
in dem Hotel.
Also zur Arbeit.
Der Eingang ist zu klein. Portier ist zu alt. Roter Teppich ist zu selten
gesäubert. Was für ein Drecksloch. Glück, dass ich meinen
besten Anzug nicht genommen habe.
„Guten Tag, gnädiger Herr“ der uralte Portier beugte
sich vor wie eine alte russische Puppe „Sie sind wegen Frau Sonja
hier, nicht wahr? Zimmer 13, bitte, die Tür ist geöffnet“
Ich habe fast meine Zunge verschluckt. Die Nutte breite Gerüchte
über mich aus? Das darf nicht wahr sein. So ein Loch, so ein alter
Drecksack, und er konnte mich erkennen? Anhand welchen Merkmalen? Spioniert
die Hure mich? Weiss Sie, wo ich wohne? Wo ich arbeite? Kennt sie meine
Ehefrau und Kinder?
Kalte Dusche floss über meinen Rücken herunter, und Körper
begann zu zittern. Sie wird mich vernichten. Das war mein Fehler. Jetzt
wird sie mich erpressen. Bestimmt.
So eine ….
Sekunde.
Das ist doch einfach. Ich atme tief, und schaute dem Kern in Augen.
Er lächelt mich höflich an. Alter Sack. Bestimmt hatte er bereits
Alzheimer. Das ist doch einfach. Ich trage Anzug, der mehr als 800 Kostet,
exklusiv Schuhe, Hemd, Krawatte, Rolex.
Na ja. Nicht Rolex. Eine Nachahmung.
Aber damit musste man sich auskennen
Ich atme tief. Verdammt. Ich sehe zu viele Filmen in TV. Zur Loch kommen
nie solche Kunden wie ich. Vie viel konnte hier eine Nacht kosten? ein
Hundert? Ein Kleingeld
Sie bekommen solche Kunden wie ich nie.
Nie und niemals.
„Danke“ sage ich zu dem alten Alzheimer und gebe ihm Zwanziger
Kleingeld. Er muss wissen, wer hier der Lord ist.
Zimmer 13.
Laut einer schmutzigen und kaum lesbarer Tabelle auf einer schmutziger
Wand hier, es handelte sich um zweiten Stock. Hmm.
Keinen Liftboy. Der Aufzug ist alt, und muss man alles allein bedienen.
Drecksloch.
Aber das Ding funktioniert zumindest. Er rappelt ein wenig ... Aber was
soll´s. Hauptsache muss ich nicht nach ober durch die Treppe laufen.
Das ist wirklich erfreulich. Wenn ich noch in den zweiten Stock durch
die Treppen herauf laufen müss ….
Vergiss es.
Zimmer 11, Zimmer 12. Zimmer 13. Da gibt es.
Eine billige Tür. Billige Tapete. Billiger Teppich. Billige Bilder.
Die Türnummer sind aus Messing. Wo gibt es so was? In Afrika?.
Das habe ich noch nie gesehen.
Wieso hat die Nutte ausgerechnet Nummer 13 ausgewählt? Das brint
doch Pech, oder?
Ich öffne die Tür. Keine quetschen. Was für eine Überraschung!
Eine Türe hier, die geräuschlos sich öffnen. Hier. Na,
das gibst doch nicht.
Billiger Tisch, Billige Sofa, billige ….
Ich setzte mich auf der Sofa. Sie ist zwar primitiv, aber zumindest sauber.
Die Nutte ist noch nicht da.
Die kommen wie immer zu spät
15.29 fast perfekte Timing. Ich muss noch um 17.30 einen Treffen erledigen.
Wann wird sie kommen? Die Nutten kommen in der Regel 30 Minuten zu spät,
das wird schon 16. 00. 16.10 beginnen wir Sex, das wird bis zum…
sagen wir mal … 16.40 dauern. Danach schnelle Dusche, und ich bin
16.55 weg.
Der Weg zur Restaurant, das ist von dort zwanzig Minuten, plus fünf
Minuten das Intervall für unerwartete Ereignisse.
Ich werde dort zehn Minuten zu früh. Gut. Das Intervall konnte man
nutzen.
Also ich habe dreissig Minuten, bis die Nutte hier aufkreutzt.
Planung ist alles.
Richtige Planung ist alles
Ich habe dreissig Minuten freier Zeit. Konnte man das Treffer ein wenig
überdenken. Die werden mich angreifen, die wollen, damit ich ein
bisschen sanfter werde, und Ihre Bedingungen akzeptiere. Was könnten
die verdammte Japaner nutzen, um mich zu überzeugen? Eigentlich gibt
es mehrere ….
Ein Zettel.
Auf dem Sofa liegt einen Zettel.
Er war nicht da, als ich hier mich gesetzt hatte.
Spinne ich, oder wie? Wie könnte ich einen Zettel nicht bemerken?
Na. Er war nicht da.
Wie zum Teufel ist hier neben mir ein Zettel gelandet?
Ich nehme das und lese
„Finde die Binde. Binde deine Augen ein und warte“
Ich begann laut zu lächeln. Das gibt’s doch nicht. Die Nutte
spielt mit mir?
Aber, wie hat sie den Zettel hier gelegt?
OK. Wir spielen mit. Sie hat ihr Spass, aber das ist auch egal.
Am Endeffekt sie wird sie vor mir auf den Bauch legen, und ich werde sie
so wie so sie von hinten nehmen.
Bis zum diesen Zeitpunkt sie darf glauben, so viel sie nur möchte.
Finde die Binde.
Finde die Binde.
Das muss nicht schwierig sein.
Sofa. Unter der Sofa. Tisch. Schrank. der Tresor. Die Küche. Die
Schränken. Die Toilette. Der grosse Schrank. Unter dem Teppich
Nichts.
Nochmals, dieses Mal genauer. Ich beginne von der Sofa. Unter der Sofa
….
Verdammte Nutte!
16.05.
Oh, verdammt! So lange habe ich gesucht? Hier gibt es keine Binde!!
Ruhig. Eine Hure wird mich nicht aus dem Konzept bringen.
Schrecklicher Verdacht wächst langsam in mir.
Etwas stimmte hier nicht.
Ich reiche zu meinem Garnitur.
In der Tasche ist eine schwarze, elegante Binde.
Tief einatmen.
Das Spiel ist ein wenig ernster, als ich dachte.
16.08.
Ich sitze auf der Sofa, und meine sehe nichts. Ich höre wie sich
die Eingangstüre öffnen.
Und schliessen
„Hallo? Sonja?“ das sollte ernst und verärgert klingen.
Hoffe ich jedenfalls.
„Ist hier jemand?“
ich höre, wie irgendjemand die Eingangstüre zuschliesst
Danach Geräusche. Irgendjemand ist in dem Zimmer.
„Hallo?“
Na ja. Ich kann die Binde immer wegnehmen. Und werde ich alles sehen.
Und wissen
Ich kann typische Schritte hören, wie ein Frau in Stiefel produziert.
„Frau Sonja?“
Ich kann einige Geräusche hören, als ob irgendjemand sich auszieht.
Ein subtiler Geruch erreicht meine Nase. Oh verdammt, das ist ein Geruch!
was ist das denn?
So muss eine Frau riechen!
Ich will die Binde abnehmen, und sie sehen.
Und viel Zeit habe ich auch nicht.
Aber … vielleicht warte ich noch … verdammt, das Spiel gefällt
mir nicht!
Schritte. Dieses Mal irgendjemand barfuss wandert durch das Zimmer, öffnet
die Türe, wahrscheinlich in die Dusche, danach nimmt eine lange Dusche.
Gottverdammt! Ich habe keine Zeit für so was!!!
Wie lange konnte man sich duschen?!
Na endlich. Austrocknen. Türe öffneten sich, und schliessen.
Schritten. Barfuss.
Ein wunderbarer Geruch ….
Ich hatte noch nie so was gerochen. Wie viel kostet so was? wo wurde das
gekauft?
Irgendjemand steht hinter mir
„Lady Sonja, ich muss sagen, ich habe wenig Zeit..“ das klang
eindeutig nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte „ich habe
ein wichtiger Treffen!“
„Du hast brav gewartet“
Die Stimme ist weiblich. Und … oh, verdammt.
Weiblich.
„Du bekommst die versprochene Belohnung“
Gut. Hauptsache schnell. Die Japaner werden nicht warten.
Unerwartet fühle ich, wie sich Handschnellen auf meinen Händen
schliessen, das war so schnell gemacht, dass ich keine Zeit hatte, um
zu reagieren.
Ein Hand warf mich auf den Sofa unsanft, und hielt meine gefesselte Arme
hinter meinen Rücken.
Ich versuchte mich zu befreien, vergeben.
Scheisse. Das kriege ich nicht hin.
„Lange Belohnung…“ flüsterte die weibliche Stimme
hinzu
„Neeeeeeein……“